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Teerunde der Religionen - Mein Erfahrungsbericht vom Interreligiösen Treffen


Mein Erfahrungsbericht vom Interreligiösen Treffen


Die Veranstaltung

Im Februar nahm ich an einer „Teerunde der Religionen“ teil. Diese Regionalveranstaltung wurde 2014 seitens der Evangelischen Kirche ins Leben gerufen. An diesem Abend waren vertreten: mehrere ortsansässige EKD-Gemeinden, die Katholische Kirche, 4 muslimische Gemeinden und eine Glaubensgemeinschaft der Bahai. Ich war als ein Vertreter der Freikirchen geladen. Insgesamt also 3 Religionen: Christen, Muslime und Bahai.


(Wobei ich bezüglich meines Glaubens ungerne von „Religion“ rede. Der Begriff bedeutet für mich eher irgendwelche Rituale und Unfreiheiten, und ich bin ja überzeugt von meinem Glauben. Ein Atheist sagt ja auch nicht, dass er an die Evolutionstheorie glaubt, sondern er spricht in völliger Gewissheit: „Das IST so!“ Und dies auch nur in Frage zu stellen oder als Weltanschauung zu betiteln, gleicht einer Sünde, mit der man sich leicht den Zorn seiner Mitmenschen zuziehen kann.)



3 Religionen

Ich gebe zu, dass ich im Vorfelde ziemlich skeptisch war, was diese Veranstaltung betrifft, weil Ökumene und interreligiöse Bestrebungen für mich sehr schnell den Grabesgeschmack des „Jesus-verlassens“ anbei haben. Aber dazu später mehr. | Von den rund 50 Teilnehmern waren zu meiner Überraschung rund 50% Muslime (geschätzt anhand der Ethnie). Recht viele davon auch junge Männer. Muslimische Frauen hingegen waren keine anwesend.


Zunächst wurden die 3 „Religionsstifter“ bzw. „Propheten“ vorgestellt und im Laufe des Abends von musikalischen Darbietungen der jeweiligen Gruppe ummalt. Dabei fiel mir auf, dass die Muslime bei jeder Nennung des Namens (der Person, die sie verehren) einen Ehrerbietungssatz anhängen. Ich empfand das als positiv. Ich bin zwar in meiner Wortwahl manchmal scheiße-freizügig orientiert. Aber ich habe es einmal in einer Kirche erlebt, dass der Sprecher expliziert darum bat, aus „Respekt vor dem Wort Gottes“ aufzustehen! Und ich find' das GEIL. Weil Gottes Wort IST EXTREM WERTVOLL!!



Kleingruppen

Den Großteil der Veranstaltung verbrachten wir in Kleingruppen von ca. 8-9 Personen. In meiner sah das wie folgt aus: 5 männliche Muslime, 1 junge Bahai-Dame, ich, und neben mir nahmen Platz ein junger Lehrer und die Superintendentin, beide aus der Landeskirche.


Wir begannen einander vorzustellen: Name, Gemeinde und was vielleicht sonst noch wichtig ist. Ich fügte noch hinzu, dass ich seit 15 Jahren Christ bin. Offensichtlich hatte ich damit schon etwas gesagt, was für mich absolute normal, anderen aber als Option wohl unbekannt war. Es kam die erste Nachfrage: „Und was davor?“ Ich antwortete: „Ich habe ein Traditions-Christentum gelebt und bin dann aus der Kirche ausgetreten.“


Was bedeutet dir Jesus Christus oder Mohammed (persönlich)?“ Dies war eine Einstiegsfrage, anhand derer wir begannen uns auszutauschen. Freimütig erzählte ich, dass ich mit Jesus (im Alltag) lebe. Also z.B. dass ich bete und es geschieht so. Ich hatte dann auch gleich ein Beispiel vom Vortag erzählt. Und ich erzählte ebenfalls, dass Jesus für mich derjenige ist, der am Kreuz meine Schuld (die uns alle trifft) trug. Auch, dass das kein Automatismus sei, sondern dass man dies bewusst annehmen müsse. Gerne hätte ich auch etwas zur Auferstehung gesagt, aber wir waren viele Leute – jeder sollte drankommen.


Unterschiedliche Positionen

Alsbald stellte sich heraus, dass „Wir Christen“ mitnichten „mit einer Stimme“ sprachen. Als der sympathische junger Lehrer in Selbstverständlichkeit den Anderen erklärte, dass die Bibel in keinster Weise wörtlich, sondern immer nur symbolisch zu verstehen sei, MUSSTE ich intervenieren! Und auch in den weiteren Aussagen meiner „Kollegen“ hüpften mir noch etliche „Ähh..? NEIIN..!“ 's auf den Lippen und wollten runter. Aber der Abend war halt zeitlich begrenzt.


Gemeinsamkeiten

Nach den Muslimen berichtete die junge Dame der Bahai von ihrem Glauben. Da mir diese Weltanschauung bis zu jenem Abend eher unbekannt war, fragte ich nach, wie viele Bahai es denn weltweit gebe - ohne zu wissen wohin diese Frage führen würde. Sie antwortete, dass es ungefähr 7 Millionen seien. Und fügte dann hinzu, dass man das aber nicht genau wisse.


Ich fragte nach. „Wieso nicht?“ Das könne man nicht genau feststellen, sagte sie, da viele Bahai sich nicht offen zu ihrem Glauben bekennen. - „ ?? “ - Weil sie verfolgt würden, bzw. Nachteile erhielten, wenn sie dies tun würden.„Na, das geht uns Christen ja ähnlich, sagte ich NICHT. Denn es war der Moment, in dem die Vorsitzende von 32 Kirchengemeinden und leitende Geistliche von 51 Pastoren, sich darum bemühte, das Thema zu wechseln.



Schlussbeitrag der Christen

Gegen Ende der Veranstaltung fehlte noch der musikalische Beitrag der Christen. Diese wurden alle nach vorne gebeten. Überrascht, nicht wissend worauf ich mich einlassen würde, behielt ich Platz. Vorgetragen wurde dann nicht etwa ein fröhlich-lebendiges Lied wie: „Jesus Christus ist aller Herr, Herr der ganzen Welt - und auch kein ruhigeres wie: „Erzählt von der Größe Gottes, unseres Herrn; Er ist vollkommen in allem, was er tut“ - sondern, stattdessen ein Kulturgut, welches mir lediglich als Schlaflied bekannt war und in dessen langwierigem Verlauf man fast bis zum Ende auf die knappe Erwähnung Gottes warten musste. Und so sang die versammelte Christenheit, Vertreter der Kirchen, in front of Vertretern des Islams das Lied: „Der Mond ist aufgegangen“.  - Ein Schelm, wer prophetisches dabei denkt.





2 Sichtweisen

Zu Beginn erwähnte ich meine Skepsis VOR dem Treffen. Ich möchte sagen, dass ich die Begegnung mit Menschen (denen ich sonst wahrscheinlich nicht begegnet wäre) als positiv empfand! Ebenso die Gesprächsatmosphäre in unserer Kleingruppe. Aber ich denke, dass es zwei verschiedene Sichtweisen gibt, mit denen man Menschen anderen Glaubens / anderer Weltanschauungen begegnen kann:


A) Ich respektiere sie.

Ich respektiere die andere Glaubensrichtung. Ich respektiere den anderen Menschen! AUS(!!!) MEINEM GLAUBEN AN JESUS CHRISTUS HERAUS! Ich respektiere mein Gegenüber, als ebenfalls wertvolles Wesen und Geschöpf Gottes! - Aber ich erkenne diesen anderen Weg NICHT(!!!) an. Ich erachte ihn NICHT als gleichwertig. Denn es steht geschrieben: In keinem anderen Namen (außer dem Namen Jesus Christus) ist das Heil. No other name. (s. Apg. 4,12)


B) Ich erkenne andere Wege

/andere Glaubensrichtungen, als gleichwertige, ebenbürtige Wege an – und verleugne damit schon die Bibel und die Aussagen Jesu: „Niemand kommt zum Vater, als nur durch mich!“ (Joh. 14,6). AUS einer falsch verstandenen und völlig überdrehten „Liebe zum Nächsten“ und einer falsch verstandenen Toleranz! Aus dem Eigenwunsch heraus, ein guter Mensch sein zu wollen! = Selbsterlösung!!!




Händler Händler Händler




„Liebe Gott und liebe deinen Nächsten“ (s. Mt. 22, 34-40)

Dieses Doppelgebot hat Jesus als das HÖCHSTE aller Gebote bezeichnet!

Ja, ich SOLL meinen Nächsten respektieren, ehren, wertschätzen, etc.!

Aber das kann ja wohl kaum so weit gehen, dass ich den URHEBER dieses Satzes

und damit den GRUND meines Handelns verlasse!




PS:

Rein praktisch war der Abend sehr gut organisiert. Wir waren an allen Tischen reichlich mit Knabbereien und Getränken gut versorgt. Das einzige das indes komplett fehlte war_

Tee.

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