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Das Wunder von Köln

Autorenbild: Florian Hettig
Florian Hettig
vor 23 Stunden
5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden

Gegner und Teilnehmer vom Marsch für das Leben in Köln reichen sich die Hand. (Symbolbild, KI-generiert)
Gegner und Teilnehmer vom Marsch für das Leben in Köln reichen sich die Hand. (Symbolbild, KI-generiert)

2 Std. Gespräch mit GEGNERN vom "Marsch für das Leben" •

Mit Gegnern vom Marsch für das Leben ins Gespräch zu kommen ist nicht nur nicht einfach, sondern eher unmöglich. Das ist weniger meine Meinung (und schon gar nicht mein Wunsch), als vielmehr die Erfahrung. Denn oft werden wir, die Lebensschützer oder Abtreibungsgegner, schon nach 2 Worten niedergeschrien. Eine Kommunikation, ein Austausch von Argumenten ist schlicht nicht möglich.


Vom Straßenrand her werden wir als "Nazischweine" beschimpft. Diffamierende Sprechchöre, die auch unseren Glauben beleidigen (sollen), brüllen alles nieder. Und Mittelfinger werden durchaus beidseitig mit Ausdauer erhoben. Zahlreiche Videos belegen das. Einen Tag vor dem diesjährigen Marsch stellte der Journalist Gunnar Schupelius (BILD, WELT, NiUS) fest, dass "der Hass, der den Lebensschützern entgegenschlägt, schwer zu begreifen" ist.


Feindbild Lebensschützer

Abtreibungsgegner werden geframt. Framing (von frame, engl. für Rahmen) bedeutet, dass um ein Thema ein bestimmter Deutungsrahmen gesetzt wird. Auf unserem stehen dann so nette Worte wie Erzkonservative, rechte Fundamentalisten, Frauenfeinde oder gar Menschenhasser. Was dann innerhalb dieses Behauptungsrahmens tatsächlich passiert, wird wie bei einem stumm geschalteten Fernseher nicht mehr gehört.


Politiker, Medien und linke Aktivisten bauen ein Feindbild. Und dieses Feindbild wird verteidigt. Die taz etwa führt ein ganzes Repertoire an Negativ-Berichten. In den Sozialen Netzwerken und vor Ort setzt sich dies fort. Der WDR berichtet später von lediglich einer Störaktion. Eine teilnehmende Journalistin ergänzt dies um eine Rauchbombe, 2 Sitzblockaden, mehrere Farbanschläge, hinterhältige Infiltrationen und einen leichten Angriff auf einen YouTuber. Nichts neues für Lebensschützer.


Hass auf Abtreibungsgegner

Die Eröffnungsrede der Gegendemonstration beginnt mit einer Aufzählung solcher Schlag..worte. Ein Raunen, dann Pfiffe und Buhrufe gehen durch die Menge. Unsere Bühne dagegen wurde mal wieder gestürmt und die wirklich hervorragende Rede von Markus Voss (bibelfit, offenbar) wurde kurzzeitig unterbrochen. Es ist so schade. Denn hätten unsere Gegner (gegen die wir ja gar nichts haben), auch nur 20 - 30 Sekunden zugehört, hätte man sich ja argumentativ austauschen können. Aber: Man will uns hassen - die Wahrheit nicht suchen.


Die Wahrheit ist z.B. dass sowohl der Marsch in München, als auch in Köln und Berlin von Frauen initiiert wird. Zahlreiche Frauen engagieren sich eigeninitiativ und in Verantwortung in ProLife-Organisationen. Und noch viel mehr nehmen diese Hilfe dankbar an! Das "Argument" patriarchale (also böse) Männer würden diese Frauen nur dorthin drängen, entbehrt also jeglicher Grundlage!


Die Wahrheit ist, dass die Lebensmärsche eher einem fröhlichen Familienfest gleichen, und bunter und vielfältiger sind als die Gegendemos. Zahlreiche Fotos und Videos belegen das, was man sich auch vor Ort ansehen könnte. Die Wahrheit ist, dass das neue Leben mit der Befruchtung beginnt, dass Abtreibung auch Mädchen tötet, und dass Männer (Thema Meinungsfreiheit, Gleichberechtigung) sich SEHR WOHL dazu äußern dürfen und sollten!


  • Eine kostenlose Bibel gibt es auch hier bei Plakatschmiede.com.
  • "Ein Volk, das seine eigenen Kinder tötet, hat keine Zukunft." Johannes Paul II.
  • Du bist von Gott gewollt, gesehen, geschaffen, geliebt und geformt!
  • Mann mit Baby. Marsch für das Leben 2026 Köln.
  • Willkommen auf dem Marsch für das Leben 2026 in Köln!
  • Ganz normale Menschen hier!
  • Tanzende Frauen!
  • Fröhliche Menschen!


"Ich will den HERRN loben von ganzem Herzen, ich will alle deine Wunder erzählen."


Vor diesem Hintergrund des Framings, der wilden Behauptungen, der Lügen, Diffamierungen, des Hasses und des Ohrenverschließens ist es mir eine besondere Freude und wahrlich eine Ehre Ihnen folgendes berichten zu dürfen:



Das Wunder von Köln


Der Marsch für das Leben in Köln fand auf dem Neumarkt statt. Zu unserem Schutz ist das gesamte Areal mit Polizeigittern umzäunt. Zahlreiche Polizeieinheiten begleiten den Marsch durch die Innenstadt und setzen unser Demonstrationsrecht durch. Ohne sie wäre das kaum möglich, da die Linksextremisten durch Sitzblockaden und sogar Infiltrationen versuchen, dies zu verhindern.


16.00 Uhr, etwas früher als geplant, wurde die Veranstaltung offiziell für beendet erklärt. Ich ging und stand, erschöpft vom bereits langen Tag, noch innerhalb der Veranstaltungsfläche. Da fielen mir ein paar Gegendemonstranten auf der anderen Seite des Zaunes auf. Eine Frau, mit einem großen "My Body, my Choice"-Schild. Und ich überlegte das Gespräch zu suchen, zumindest den Versuch. Vor ihr aber standen drei junge Männer, auf den Zaun gelehnt, mit Blick in das sich langsam leerende Areal. Ich sprach sie an.


Dem Mode- und Kleidungsstil nach (und ich bitte das in keinster Weise als abwertend zu verstehen) schätzte ich sie eher den Gegendemonstranten zugehörig ein, was sie später auch bestätigten.


Wir kamen ins Gespräch. Wir stellten einander mit Namen vor und sie befragten mich, zu "unserer" bzw. meiner Haltung. Wir sprachen über Leihmutterschaft und über Abtreibung, über die Möglichkeit der Adoption, bis hin zum Christentum. Aus 2 Minuten wurden fünf. Aus 5 Minuten eine halbe Stunde. Wir schnitten immer mehr große, wichtige Themen an und gingen dabei aber auch richtig in die Tiefe!


Da war ein richtiges Interesse. Ein richtiges verstehen WOLLEN! Eine Nachfrage. VIELE Nachfragen! Aus einer halben Stunde wurden anderthalb. Und ich glaube zu diesem Zeitpunkt verließ uns das letzte Grüppchen Polizisten, die möglicherweise noch unseretwillen in der Nähe geblieben waren. Hier und da gesellte sich ein Zuhörer zu uns, und ging auch wieder. Und am Ende hatten wir uns tatsächlich fast 2 Stunden miteinander unterhalten:


Respektvoll. Zuhörend. Gewaltlos.


Wir sind nicht in allen Punkten übereingekommen! Überhaupt nicht! Und an einigen Stellen knisterten die Emotionen. Da prallten Sichtweisen, Meinungen und Empfindungen aufeinander. Aber dennoch haben wir alle 4 es miteinander geschafft, uns gegenseitig zu tolerieren, nicht schreiend wegzulaufen und auch kein einziges Schimpfwort wechselte den Besitzer!


Am Ende reichten wir uns die Hände. Und stellten gemeinsam fest, dass es ein gutes, tolles und konstruktives Gespräch gewesen war! Wir alle waren erschöpft, und ich musste mich langsam auf den Weg zu meinem Zug machen. Hätte mir Jesus nicht 2 Tage vorher gesagt, ich solle diesen eigentlich viel zu spät fahrenden Zug buchen, ich hätte mir ein neues Ticket kaufen müssen.


Männer, falls ihr das hier lest: Ich würde mich FREUEN, von Euch zu hören! 


Ich DANKE euch für Euer Stehen und Warten! Für eure Gesprächs-SUCHE, von der ich zu Beginn nichts wusste. Ich danke euch für Eure Offenheit, für Euer Zuhören! Für Euer Ausharren, Aushalten und für euren Respekt! Für euer verstehen WOLLEN und eure intensive Nachfrage! Ihr habt Großartiges damit bewiesen!


Und genau das war für mich das Wunder von Köln! Denn, ich meine, wofür benötigen wir all diese Polizeipräsenz? Weil nämlich genau das sonst nicht möglich ist: Respektvolle Gespräche und das gegenseitige Tolerieren bei anderslautenden Meinungen. Und ist es nicht genau das, woran unser Land zur Zeit mit am meisten krankt? Dass wir einander ungesehen und vorschnell verurteilen, dichtmachen und nicht mehr zuhören?


EWTN Doku "Marsch für das Leben" 2026 in Köln.
Am Ende der EWTN-Doku wurde der Moment zufällig eingefangen. (Screenshot: YouTube, Link)

Gottes Wunder können nicht nur biologischer oder physikalischer Art sein. Sie können auch zwischenmenschlich geschehen. Und manchmal müssen wir vielleicht die Umstände nachvollziehen, um sie überhaupt erkennen zu können: Angenommen ich erzähle Ihnen, dass eines Nachts ein paar Leute über eine Brücke gegangen sind, andere standen daneben und haben einfach nichts getan, und ein paar Stunden später sind sie wieder zurückgekehrt - so hätte dies nichts besonderes. Wenn ich aber hinzufüge, dass dies in den Abendstunden des 09. Novembers 1989 geschah, und zwar in Berlin in der Bornholmer Straße, so bekommt dies eine ganz andere Dimension. Weil nämlich genau das über Jahrzehnte hinweg nicht möglich und sogar undenkbar war.



Lesen Sie den Psalm 9 im Ganzen.

Ich denke, dass dort auch so einiges auf Abtreibung und unser Land passt.


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