Don't pray for us

Lesezeit: 6 Min.

Sonntag-Morgen-Frühstücks-Song

Ich wache auf und im Radio beginnt gerade ein neues Lied. Mir wird richtig wooohlig ums Herz, denn es ist so ein richtiger Sonntag-Morgen-Frühstücks-Song! Der Kaffee duftet, die Croissants knuspern schon von weitem, die Sonne strahlt auf frische Erdbeeren. Diese Melodie hebt meine Stimmung und zaubert mir ein Lächeln aufs Gesicht! Gerade überlege ich noch, was wohl schöner ist: Aufstehen oder liegen bleiben? Da setzt der Refrain ein:


  

  

„Don't pray for us – we don't need no modern Jesus!“

(Bete nicht für uns – Wir brauchen keinen modernen Jesus.)

 

 

Mein Lächeln ist weg. Ach ja. Ich erinnere mich wieder. | Wie kann jemand so ein schönes Lied komponieren (mit Talent, das er von Gott hat) und dann so eine Zeile schreiben?? Hm. Das kann ich als Christ nicht auf mir sitzen lassen! Ich beschließe genau das Gegenteil von dem zu tun, wozu mich diese Liedzeile auffordert: Ich bete für den Komponisten und die Band, die das spielt! Wer sind sie? Welche Erfahrungen haben sie mit Kirche und Christen gemacht? Wie kam es dazu, dass sie diese Liedzeile geschrieben haben? Es macht mich traurig. Weil dort jemand auf dem „Highway to Hell“ ist. (Und andere übers Radio auch noch mitzieht.) Auch ich habe es früher nicht so gesehen, dass meine Fähigkeiten vom Schöpfer kommen! Auch ich fand Kirche und Christliches früher ganz doof und langweilig. 

 

Das ganze erinnert mich an Paulus. Genauer gesagt an Saulus. Wenn wir Christen an „Paulus“ denken, denken wir immer an den riesengroßen Theologen! An den Schreiber fast des ganzen neuen Testaments! An den mutigen und unerschrockenen Missionar. Der die halbe Welt bereiste und Gemeinde, nach Gemeinde, nach Gemeinde gründete. Und es ist wahr! | Aber wissen wir eigentlich WER das da war?! Erkennen wir das UNFASSBARE Wunder, dass GOTT da getan hat?? Der Mann, der Paulus früher war, war ein Christenhasser!!!

 

Ein Christenverfolger und MÖRDER der jungen Gemeinde!!! Und diesen, ausgerechnet diesen, NIMMT Christus, dreht ihn um 180 Grad und setzt ihn wie ein Aufziehauto in die andere Richtung. Das ist ein Wunder geistlicher Art!!! | Bei „Wunder“ denken wir ja immer so, dass irgendwelche Sachen schweben oder so. Physikalische Wunder. Und die gibt es. Aber dies hier ist ein (ich nenne es mal) geistliches Wunder!


 

 

Gott nimmt seinen größten Widersacher

und macht ihn zu seinem größten Fürsprecher!!!

 

Das zeigt in meinen Augen nicht nur Gottes unfassbare Macht, sondern auch seine unfassbare Gnade!!! Jesus ist SAULUS begegnet – und damit hat er ihm auch vergeben!! Er hat ihm den falschen Weg vergeben! Er hat ihm die Verfolgung, Ermordung und Folterung von Christen vergeben. Und wir wissen (aus der Bibel), dass Jesus seine Gemeinde RICHTIG liebt! Er macht sich EINS mit ihr. Er IST eins mit ihr. Als er Saulus vom Sattel schmeißt, fragt er nicht: „Hey, was verfolgst du meine Christen?“, sondern: „Warum verfolgst du MICH?!“  (Apg. 9,4)

 

Dagegen ist solche eine Liedzeile ja echt ein Affenfurz. Und dieses Wunder macht mir Hoffnung! Hoffnung FÜR Menschen, die mit Christus und dem ganzen Kirchengedöns zur Zeit nichts anfangen können. Es vielleicht sogar HASSEN! | Das ist genauso (und eigentlich noch viel mehr) als würde sich Richard Dawkins, Autor des Buches „Der Gotteswahn“, zu Christus bekehren. Und immer wieder hört man (auch in unserer Zeit) von genau solchen Wundern! Leider nicht in der Tagesschau.

 

+ + +  +  + + +

 

We don't need no modern Jesus!

(Wir brauchen keinen modernen Jesus.)  

Bei Jesus gibt es keine Modernität. Er ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. (Heb. 13,8) Der Jesus, der uns heute begegnet, ist derselbe der in der Bibel steht und umgekehrt. Und er ist auch derselbe, der uns am Ende dieser Welt oder am Ende unseres Lebens begegnen wird. | Was der Liedtexter hier vermutliche meint, ist eine moderne (vielleicht amerikanische) DARSTELLUNG von Jesus! In Bildern, Filmen, Nicht-von-1700-Kirchenliedern, etc. Und seine Ablehnung dessen!

 

Doch – ich finde schon, dass wir das brauchen! Absolut. Es geht nicht darum Jesus neu zu erfinden, ihn zu verändern, sprich ihn anders dazustellen. (Den REALEN Jesus KÖNNEN wir ja gar nicht verändern.) Aber diese Welt ist Moden unterworfen. Jede Zeit, jede Generation, jedes Jahrzehnt hat ihre Beliebigkeiten. Das was die Menschen gerne mögen. 1900 war es total hip Hüte zu tragen. Heute ist das total affig und morgen ist es vielleicht wieder umgekehrt.

*

 

Und ich vermute mal, so schätze ich Jesus ein, dass er MIT diesen Moden geht. (Sofern sie nicht gegen Gottes Gebote verstoßen.) Einfach, weil Jesus bei den Menschen sein möchte, da wo die Menschen sind! Wenn ein Mensch IN einem Flugzeug betet, KANN Gott ihm dann begegnen? Oder wird Jesus ihm sagen: „Ne, dat is mir aber zu modern – lande mal erstmal!“ | Wenn Jesus heute auf die Erde kommen würde (und wer sagt uns, dass das vielleicht nicht manchmal der Fall ist?) ich glaube, dass er genauso Jeans und ein Handy tragen würde, wie wir. Seine Gleichnisse würden vielleicht von Autos und Computern handeln.

 

Das was wir, abendländische Christen, ständig vor Augen haben, sind ja Holzschnitzereien von 1850, Gemälde von 1673 und was wir noch alles in den Kirchen finden. Filme, die das Jahr Null oder 1168 darstellen – aber von 1973 oder 2012 sind. Auch darin erkennt man die Moden der jeweiligen Produktionszeit. | Und ich glaube wir Christen tun gut daran, unverkrampft MIT der Zeit zu gehen! Beamer und poppige Christus-Lieder einzusetzen. Handyapps und Predigtdownload anzubieten. Weil die MENSCHEN dort sind. Weil eine aktuelle Evangeliumsverfilmung verständlicher und damit annehmbarer ist, als eine von 1953.

 

 

Christus selbst können und dürfen wir damit nicht verändern.

Die Bibel ist immer der Maßstab.

Aber ob Pontius Pilatus nun Haare oder eine Glatze hatte – Pfff.

 

I pray for you – Yes we need a modern Jesus!

 

 

 


Florian Hettig

"Prüfet alles, das Gute behaltet!"  (1.Thess. 5,21)

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Kommentare: 1
  • #1

    Nachtrag vom Autor: (Freitag, 04 August 2017 10:08)

    Ich wurde gestern noch auf 2 Dinge aufmerksam gemacht: 1) Zum einen habe Paulus nicht "fast das ganze Neue Testament" geschrieben. Das ist richtig: Von Paulus stammen knapp die Hälfte der NT-Schriftstücke. 2) Paulus sei kein Mörder gewesen. Ich habe nach Recherche keine Bibelstelle gefunden, aus der das explizit hervorgeht! Paulus erwähnt an mehreren Stellen, dass die von ihm ausgehende Verfolgung wohl schon recht leidenschaftlich und intensiv gewesen sei. Das macht ihn nicht zum Mörder. Allerdings bezeichnet er sich in 1.Timo. 1,13 als "Gewalttäter" (ELB) und in Apg. 26,10 heißt es, wenn Christen getötet wurden, habe er "seine Stimme dazu gegeben". - Ich würde mal sagen, er war mindestens dicht dran.

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