Folge du mir nach!

Lesezeit: 6 Min.

Folge du mir nach!

Joh. 21, 22

 

Wenn von der Bühne [egal auf was für einer Veranstaltung] in einem stillen Moment ein Frage gestellt wird, dann dauert es immer eine Weile bis die erste Hand hoch geht. Der Erste zu sein ist schwer. Aber wenn die erste Hand erstmal oben ist, dann dauert es nicht mehr so lange, bis die zweite folgt. Und dann geht’s immer schneller: drei, vier, fünf, bap bap bap. Wie eine Achterbahn, die an den höchsten Punkt gezogen wird. Irgendwann kommt der Scheitelpunkt und die Sache „kippt“. Plötzlich wollen alle dabei sein. Aber der Erste zu sein, das ist schwer.

 

Auch im christlichen Bereich, in der Gemeinde, sind wir vor solchen Dingen nicht gefeit! Vielleicht sind wir sogar noch stärker davon betroffen, denn wir wollen ja alle fromm sein. Schließlich geht es um die Rettung unserer Seelen! | Nun, ich möchte mich an dieser Stelle nicht gegen Gemeinde oder christliche Gemeinschaft aussprechen. Gemeinde ist gut, Gemeinde ist biblisch. Schon in den Psalmen heißt es: „Siehe, wie fein und wie lieblich ist es, wenn Brüder in Eintracht beisammen sind!“ Psalm 133,1 (Und das stimmt!) Jesus hat Gemeinde begründet und der Heilige Geist hat sie vergrößert. „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind...“ (Mt. 18,20) und „Wenn zwei von euch gemeinsam um irgendetwas bitten...“ (Mt. 18,19) Ich habe diese Dinge erlebt. Aber aus christlicher Gemeinschaft können auch Pharisäer und Sadduzäer erwachsen. Komische Auswüchse bis hin zu handfesten Irrlehren. (Gemessen an der Bibel.) Auch ganze Gemeinschaften können auf falsche Wege geraten. Und plötzlich kippt die Sache. Alle wollen dabei sein. Gerade wir Deutschen sollten doch damit Erfahrung haben.

 

***

 

Es erleichtert mich daher, dass die Bibel vom „Priestertum ALLER Gläubigen“ spricht. (z.B. Off. 1,5b-6 | 1.Pet. 2,9) Jesus hat alle Gläubigen zu „Königen und Priestern“ gemacht. Jeder darf und soll von Gott erzählen! Das nimmt mich selbst ganz gewaltig in die Verantwortung - erhebt aber auch sehr meinen Stand! Ich muss, darf und sollte nicht alles schlucken, was mir vorgesetzt wird. Ich kann alles prüfen und mich meines eigenen Verstandes bedienen (den Gott mir ja gegeben hat). Ich stehe selbst in der Verantwortung vor Gott! Für mein Tun und für mein Lassen. Ich bin zwar auch anderen Menschen gegenüber verpflichtet – mehr aber noch Gott selbst! Die Beziehung zu GOTT ist immer die wichtigste! Wenn ich sterbe, wird Gott mich nicht fragen, ob mein Name in der Exceltabelle einer Mitgliederliste steht. Oder ob ich meine Kirchensteuer brav habe abbuchen lassen. Er wird mich fragen, ob ich seinen Sohn Jesus Christus mehr als nur vom Hörensagen kenne!

 

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen“, sagte Petrus einst. (Apg. 5,29) Und das ist absolut logisch! Wenn Gott der Höchste in der Hierarchie ist, tue ich das ja schon aus purem Eigennutz. In einer Firma bin ich dem CEO mehr verpflichtet, als dem Abteilungsleiter. Ein Kind ist seinem Vater mehr verpflichtet, als einem älteren Geschwisterteil. Natürlich ist es SUPER, wenn man sich auch mit denen versteht und „in Eintracht beisammen“ ist! Aber die Hauptverbindung ist nach OBEN. Jesus fragte: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert?“ (Mk. 8,36) Was nützt es einem Angestellten, wenn er alle 150 Abteilungsleiter für seine Sache gewinnt, aber vom Chef entlassen wird?? Und Paulus treibt es (mal wieder) auf die Spitze: (Gal. 1,10) „Wollte ich noch Menschen gefallen, wäre ich kein Diener Christi.“  Woup. Das hat gesessen oder?!

 

** *

 

Irgendwo habe ich mal gesehen, dass eine Gemeinde >>da hängen ja immer so Tücher von der Kanzel runter; vom Rednerpult abwärts<< und bei dieser stand drauf: „Prüfet alles!“ Nach 1.Thessalonicher 5,21. (Ha... Ich liebe Bibleserver. Unterstützen Sie dieses Projekt!) „Prüft alles, das Gute behaltet!“ Wow! Das ist mutig und weise aus Richtung dieser Kanzel. Und das gilt ebenso für meine Texte und Plakate, denn ich bin nicht frei Fehler zu machen. Und wenn Sie sich die Mühe machen diese Bibelstelle zu überprüfen, werden Sie feststellen, dass sie sich gar nicht auf eine Predigt, sondern auf Prophetisches Reden bezieht. Anyway.

 

Ich wünsche mir eine Kultur der mündigen Christen. (Eph. 4,13) Der mündigen und AKTIVEN Christen! Dass wir in unseren Gemeinden nicht nur lernen 'folgsam zu sein' (vielleicht sogar ein bisschen weniger) und alles schön still und friedlich zu halten. Sondern statt dessen MEHR dazu ermutigt und angeleitet werden, tatsächlich CHRISTUS nachzufolgen – und nicht der Gemeinde oder Kirche! Denn ich beziehe Jesu Worte, mit denen er zwar Petrus auf die Brust tippte, auf mich und verstehe sie in den Betonungen „Folge DU mir nach!“ und „Folge du MIR nach!“ Das tat auch Luther und befreite ganze Völkerschaften Unmündiger vom Missbrauch durch das Wort Gottes.

 

Der Erste zu sein ist schwer.

Aber der Erste ist auch immer der Held!

 

 

Ich finde,

es gibt nichts mutigeres,

als einen Pastor,

der anfängt um Jesu Willen,

seinen Job riskiert!

 

  

 

 

PS:

Ich gendere meine Artikel*Innen absichtlich nicht, weil ich nicht davon überzeugt bin. Wenn ich hier aber z.B. von „Pastoren“ spreche, meine ich damit in gleichem Maße Pastorinnen. Fühlen Sie sich bitte in gleichem Maße angesprochen und wertgeschätzt!


Florian Hettig

"Prüfet alles, das Gute behaltet!"  (1.Thess. 5,21)

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Kommentare: 1
  • #1

    Henner Oldenburg (Freitag, 14 Juli 2017 17:31)

    Ich frage mich, ob viele Gemeindeleiter überhaupt mündige Christen wollen. Ein liebes nettes Schaf ist doch viel pflegeleichter. Aber es wird die Welt auch nicht verändern. Ich glaube, wir sind berufen aus der Masse herauszutreten, auch wenn es unbequem ist. Du hast recht, der Erste zu sein ist schwer, aber ein Leben jenseits des Tellerrandes lohnt sich.

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